

The Tempest

Beschreibung
Inmitten von Isolation und dem Versprechen einer unerwarteten Veränderung kreuzen sich die Wege zweier von Einsamkeit geprägter Menschen und offenbaren Zuneigung, Heilung und Zugehörigkeit.
Direktor
Diego Müller

**Diego Müller | Regisseur**
**Langfilme:**
1. *Orgulho e Tradição – Os Festejos Farroupilhas de Porto Alegre 2009* (2009) – Dokumentarfilm
2. *Bandoneando – A busca pelos Bandoneonistas negros da Campanha Gaúcha* (2022) – Dokumentarfilm
3. *Infinimundo* (2024) – Fiktion
**Kurzfilme:**
1. *Cortejo Negro* (2008) – Fiktion
2. *A Invasão do Alegrete* (2009) – Fiktion
3. *O Boneco de Neve* (2013) – Fiktion
4. *Em Pedaços* (2014) – Fiktion
5. *Maria* (2020) – Fiktion
6. *Argeu* (2021) – Dokumentarfilm
7. *Cinderela do Bom Fim* (2022) – Fiktion
8. *Em nome do pai* (2022) – Fiktion
9. *Correnteza* (2024) – Dokudrama
10. *A Tempestade* (2025) – Fiktion
**Statement des Regisseurs**
Ich habe mich schon immer zu intimen Geschichten hingezogen gefühlt, die auf engem Raum spielen und dennoch ganze Welten in sich tragen können. *The Tempest* entstand aus diesem Impuls heraus: aus dem Wunsch, die unwahrscheinliche Begegnung zweier entwurzelter Menschen darzustellen – eines alternden Bauern, der von der Last seiner Vergangenheit gefangen ist, und einer Transfrau, die plötzlich in die Einsamkeit des Landlebens versetzt wird.
Ihre Begegnung bringt ein fragiles Gleichgewicht ins Wanken und eröffnet die Möglichkeit einer Veränderung. In gewisser Weise greift der Film die dramatische Struktur von William Shakespeares *Der Sturm* auf, in dem die Ankunft eines fremden Menschen eine abgeschottete Welt erschüttert und die Voraussetzungen für Versöhnung schafft.
Gleichzeitig weist der Film Parallelen zur tragischen Sensibilität von *Macbeth* auf, insbesondere in seiner Wahrnehmung der Zeit als etwas, das sich unaufhaltsam vorwärtsbewegt, und im Bewusstsein eines Mannes, der von der Last seiner Vergangenheit gezeichnet ist. Wie Shakespeares Figur scheint sich José durch sich wiederholende Tage zu bewegen, verfolgt von Erinnerungen und Schuld. Anders als Macbeth ist seine letzte Geste jedoch von Verzicht und Fürsorge geprägt.
Vor dem Hintergrund eines ländlichen Brasiliens, das von Stille, Glauben und unausgesprochenen Wunden geprägt ist, untersucht der Film die Spannungen zwischen Vergangenheit und Zukunft sowie zwischen Schuld und Erlösung. Die Landschaft spiegelt das Innenleben der Figuren wider, während die Zeit langsam, beinahe wie ein Ritual, voranschreitet.
Letztlich handelt *The Tempest* weniger von den äußeren Ereignissen als davon, was im Inneren eines Menschen geschieht, wenn die Anwesenheit eines anderen seine Welt zur Veränderung zwingt.
**Diego Müller**
Regisseur und Drehbuchautor