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Abhang

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Abhang

Dauer

16 min

Land

Schweiz

Genre

Documentary

Beschreibung

Auf den Deponien türmt sich der Müll. Eine Schicht Erde soll ihn zum Verschwinden bringen. Moose und Sträucher überwuchern den Abfall unserer Zivilisation.

Doch was geschieht heute mit dem kontaminierten Erbe, das in den Schweizer Wäldern und Feldern verborgen liegt? Eine Spurensuche auf dem Müllberg.

Direktor

Marcel Scheible

**Marcel Scheible | Regisseur**

Marcel Scheible (*1974) ist bildender Künstler und Filmemacher. Er lebt und arbeitet in Basel, Schweiz.

Sein Ansatz ist dokumentarisch und ortsspezifisch; sein Hauptinteresse gilt unserem Lebensraum. Wie gestalten Menschen die Landschaft und welche Rolle spielen Kunst und Natur dabei? Welche gesellschaftlichen Konzepte und Visionen verbergen sich in Architektur und Stadtentwicklung?

Seit 2019 arbeitet er als Autorenproduzent an verschiedenen Dokumentarfilmen. Sein erster Kurzfilm *Green Panther* wurde 2021 bei der Kurzfilmnacht gezeigt. 2022 gründete er die „Sel et Poivre GmbH | Audiovisuelle Produktionen“.

In den Jahren 2023 und 2024 veröffentlichte er im Rahmen des Kunstvermittlungsprojekts *all around Basel* acht Kurzfilme über Kunst im öffentlichen Raum ([allaroundbasel.ch](https://allaroundbasel.ch)).

2024 stellte er nach mehr als zweijähriger Arbeit den Kurzfilm *ABHANG* fertig. Derzeit arbeitet er an der Entwicklung des dokumentarischen Filmessays *Merkwürdige Dreiecke*.

**Statement des Regisseurs**

Für uns Schweizer Kinder der 1980er-Jahre war klar, dass man nichts in den Wald werfen durfte – auch wenn dieser vielerorts bereits verschmutzt war. Dennoch war das Finden von Gegenständen im Wald in unseren kindlichen Augen eher ein Abenteuer als ein Zeichen von Umweltverschmutzung.

Vor fünf Jahren besuchte ich zum ersten Mal eine stillgelegte Deponie. Seit Januar 2022 besuche ich regelmäßig verschiedene Deponien mit meiner Filmkamera.

„Vorsichtig taste ich mit dem Fuß. Trägt der Boden mein Gewicht? Der düstere Geist der Wegwerfgesellschaft schwebt über der Deponie. Unter mir und dem Waldboden liegen verrostete Fässer, Kühlschränke und Reifen. Was würden mir die Gegenstände erzählen, wenn sie sprechen könnten? Ich stelle mir die verstreuten Autowracks als einst stolze Prestigeobjekte vor.

Zwischen Bauschutt und durch Reifen hindurch schlagen Bäume Wurzeln. Die Natur und die Exkremente unserer Gesellschaft treffen auf verstörende Weise aufeinander.“

Heute gehört die Schweiz weltweit zu den führenden Ländern im Bereich Recycling und Umweltschutz. Umso mehr irritiert mich dieser surreale Anblick. Ich suche im Kataster nach Deponiestandorten und finde unzählige Einträge.

Im Frühjahr 2022 entdecke ich im Musée d’Art et d’Histoire de Neuchâtel Henry Brandts mehrteilige Filmprojektion *La Suisse s’interroge*. Brandt dokumentierte die Schweiz für die Expo 64 filmisch und setzte sich kritisch mit ihr auseinander. Im Kapitel „Wachstum“ zeigt er die Schattenseiten der jungen Konsumgesellschaft und filmt Müllberge und verschmutzte Gewässer.

Für mich schließt sich damit ein Kreis: Was Brandt vor 60 Jahren filmisch kritisierte, liegt noch heute in unseren Wäldern und Gewässern. Der Blick in die Vergangenheit wirft die Frage auf, was heute und in Zukunft mit unserem Müll im Boden geschieht.

Meine Recherche führt mich nach Solothurn, wo die Deponie „Stadtmist“ derzeit saniert wird. Auf einer Gesamtfläche von 16 Hektar wird der Boden mehrere Meter tief ausgehoben und gereinigt. Von 1925 bis 1976 wurden hier Siedlungsabfälle entsorgt und mit einer Erdschicht bedeckt. Innerhalb von sechs Jahren soll diese gesamte Masse nun ausgehoben und in einer eigens dafür errichteten Anlage vor Ort gereinigt werden.

Allerdings werden nicht alle Standorte saniert. Lediglich vier Prozent aller Deponien gelten als umweltbelastend und werden saniert; der Rest bleibt unverändert bestehen. Die „Sünden von gestern“ könnten eines Tages zu archäologischen Funden werden. Bis dahin bleiben sie eine surreale Kulisse und ein Mahnmal unserer Wegwerfgesellschaft.

*ABHANG* beleuchtet unser Verhältnis zur Natur auf poetische und dramatische Weise und hinterfragt kritisch unsere Wegwerfgesellschaft.

**Marcel Scheible**
Basel, März 2024

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